Der Hamburger Alsterpavillion am Jungfernstieg kann mittlerweile auf über 200 Jahre Geschichte
zurückblicken: denn schon 1799 wurde dort von Vicomte Augustin Lancelot
de Quatre Barbes die allererste Eisdiele Deutschlands eröffnet. Die
exotische Köstlichkeit sprach sich damals schnell herum und schon bald
wurde das Café zu einer der bestbesuchtesten Hamburger
Schlemmer-Adressen.
Im Laufe der Zeit wurde der Alsterpavillion mehrfach umgebaut,
vergrößert oder aber gleich ganz abgerissen und wieder
neu aufgebaut. 1914 stand dort bereits die fünfte Variante. Sie
wurde nach den Plänen der Architekten Johann Rambatz und Wilhelm
Jollasse erbaut.
Neben allerhand Köstlichkeiten gab es auch eine mehrköpfige Kapelle,
die für die Unterhaltung der Gäste sorgte. Ab 1840 war dort z.B. der
Vater von Johannes Brahms Kontrabassist. Anfang des 20. Jahrhunderts
etablierte sich zunehmend auch Jazz- und Swingmusik. Daher war der
Alsterpavillion schon vor 1933 den Nazis ein Dorn im Auge und wurde als
„Judenaquarium“ verschrien. Dennoch fanden hier noch lange Zeit nach der
Machtergreifung, die von offizieller Seite geächteten und später verbotenen, Swing-Konzerte statt.
Während der Bombenangriffen 1943 wurde das Gebäude zerstört und
Anfang der 50iger Jahre nach den Entwürfen von Ferdinand Streb neu
errichtet.
Quellen:
Strothmann, D.: Alsterpavillon – dank der Revolution. In: Hamburger Abendblatt, (21.04.2007).
Sack, M.: Alster, freudlos. In: Die Zeit, (04.03.1994).
Mittwoch, 28. November 2012
Donnerstag, 22. November 2012
Pasta mit Maronensoße
Für
Maronen habe ich so ganz generell eine Schwäche - esse sie auch sehr gerne einfach
mal pur. Eine Suppe lässt sich aus ihnen auch prima machen oder aber eine Soße
für Pasta oder Gnocchi:
Ihr
braucht (für eine Person):
150g
Pasta
6
gekochte Maronen
eine
kleine halbe Zwiebel
eine
kleine Knoblauchzehe
einige
Blätter Petersilie
ein
Schuss Weißwein
ein
Schuss Sahne
Butter,
Olivenöl
Salz,
Pfeffer
Zuerst
setzt ihr einen Topf mit Wasser auf und kocht die Pasta wie gewohnt.
Derweil
die Zwiebel und den Knoblauch klein schnibbeln und in einer Pfanne mit etwas
Olivenöl und Butter glasig braten. Mit einem Schuss Weißwein ablöschen und kurz
köcheln lassen. Währenddessen die vorher gekochten oder schon gekocht gekauften
Maronen grob kleinhacken und zusammen mit der Petersilie, Salz und Pfeffer in
ein hohes Gefäß geben. Die Zwiebel-Weißwein-Mischung ebenfalls dazu geben und pürieren.
Alles wieder zurück in die Pfanne löffeln. Etwas Sahne dazu rühren und aufkochen
lassen. Die fertige Pasta kurz mitschwenken und final mit Salz und Pfeffer
abschmecken.
Freitag, 16. November 2012
Rote Bete Risotto
So
ziemlich alles mit Roter Bete sieht einfach unfassbar gut aus. Deswegen sollte
man auch definitiv nicht auf das Glasieren verzichten - auch wenn man kurz
darauf eh alles auf dem Teller vermischt. Blöd ist dann halt nur, wenn man - so
wie ich - das mit dem Foto völlig vergeigt. Irgendwie sollte ich mir vielleicht
mal was zulegen, das man ruhigen Gewissens Kamera nennen kann. – und das Handy
mal Telefon sein lassen. Denn tja. Ihr seht es ja selbst. Und ja das ist schon
das beste von insgesamt acht Bildern. Zudem offensichtlich so was von bearbeitet.
Und da wir schonmal in der Ecke der Bekenntnisse sind: Nein, es ist nicht das
erste Bild hier im Blog, das vor der Veröffentlichung ne Komplettrasur bekommen
hat; - aber sonst waren die Ergebnisse irgendwie…. ähm…. natürlicher. Dieses
hier, auch wenn es den Echtzeit-Farben zwar jetzt schon näher kommt, sieht
irgendwie nach Plastik aus. Mistblöd.
Also.
Nicht, dass ich es nicht schon während des *hust* Shootings geahnt hätte: Man
sieht das Ergebnis schließlich klar und deutlich auf dem Display. Aber es war halt
kalt auf’m Balkon (Ohne Tageslicht brauch‘ ich das mit dem Handy und dem Foto
gar nicht erst versuchen). Na. Und ich hatte nur Socken an, bin abwechselnd mit
einem Fuß auf den anderen gehüpft, damit sie sich gegenseitig wärmen; - und nicht
zu vergessen: Ich wollte den Kram essen. Und zwar wenn möglich sofort. Zudem
noch warm.
Jedenfalls.
Festzuhalten bleibt, dass Bruce Lee offenbar
die nötige Weitsicht fehlt: “Always be yourself, express yourself, have faith in
yourself; do not go out and look for a successful personality and duplicate it.”
Denn be und express können mitunter eben
auf’s Schärfste kollidieren. Oder so. Haaaha ;). Egal. Fazit: Es sah so hübsch aus. Eigentlich: Der
weiße Risotto, mit der glänzenden Roten Beete. Zusammen mit einem ordentlichen
Schlag Grün von der Petersilie. Aber na ja, dann müsst ihr es für das
ultimative Farberlebnis eben nachkochen. Höhöö.
Ihr
braucht (für 2 Personen):
200g
Risotto-Reis
100ml
Weißwein
ca.
700ml Gemüsebrühe
eine
mittelgroße Knolle Rote Bete
eine
kleine Zwiebel
eine
Knoblauchzehe
5
EL frisch gehakte Petersilie
8
EL frisch geriebenen Parmesan
2
EL gehackte Pistazien
Olivenöl,
Butter, Essig, Pfeffer, Salz
Zuerst kocht ihr die rote Bete. Gebt auch einen Schuss Essig
in das Kochwasser. Dann könnt ihr schonmal alles andere vorbereiten: Die
Zwiebel und den Knoblauch klein schnipseln. Die Petersilie und die Pistazien
hacken. Und den Parmesan reiben.
Den Knoblauch und die Zwiebel dünstet ihr in einem Topf mit
etwas Olivenöl glasig und gebt dann den Risotto-Reis dazu. Diesen ebenfalls
kurz mitdünsten. Schließlich löscht ihr ihn mit je einem Schluck von der Brühe
und dem Wein ab. Und jetzt heißt es rühren, nachgießen und warten bis der Reis
die Flüssigkeiten aufgenommen hat in Dauerschleife.
Wenn die rote Bete fertig ist, schält & würfelt ihr sie - und gebt sie
schonmal in einer Pfanne mit etwas Salz, Pfeffer und Butter. Dort glasiert ihr
sie kurz bevor der Risotto fertig ist. Den Reis könnt ihr dann schon vom Herd
nehmen, hebt noch den Parmesan, die Petersilie und ein Stückchen Butter unter
und schmeckt ihn mit Pfeffer und eventuell etwas Salz ab.
Dann: Reis auf den Teller, rote Bete drüber, Pistazien oben
drauf. Und sofort bei Tobias und seinem allwöchentlichen Rezepte-Basar servieren. Dazu heute mal keine Musik, sondern das hier. :D
Montag, 12. November 2012
Slowfood und -fisch und Bloggertreffen in Bremen
Die
Idee SlowFood ist nicht nur in der Zubereitungsart das Gegenteil von FastFood,
sondern auch im Denken, der Produktion, ja im Stil – und ganz besonders im
Lebensgefühl. Es geht darum ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass etwas zu
kaufen, zu konsumieren ganz und gar nix Passives ist, sondern im Gegenteil immer auch eine
Entscheidung für Etwas beinhaltet. Durch den Kauf bestimmter Lebensmittel nimmt
man unmittelbar und direkt Einfluss auf den Markt und dessen Produktionsverhalten.
SlowFood ist eine weltweite Non-Profit Organisation mit rund 100.000 Mitgliedern,
die allesamt bewusst genießen wollen - sich für Artenvielfalt, Nachhaltigkeit,
artegerechte Tierhaltung, Regionalität einsetzen und den Dialog zwischen
Produzenten, Händlern und Verbrauchern pflegen. Eine Idee, hin zu mehr
Bewusstsein und Mündigkeit, wenn es um Lebensmittel geht. Nicht rumsitzen – und
nix tun. Sondern gemeinsam Alternativen schaffen, von denen alle nicht nur Etwas, sondern Mehr haben.
Wie
der Name SlowFisch schon sagt, stand im Fokus der Bremer Messe vom 9.-11. November alles rund um den
Fischereibetrieb. Was mich als Vegetarierin zwar nicht in kulinarischer
Hinsicht interessiert hat, aber zum einen gab es auch genug Aussteller, die
mich auf meine Kosten haben kommen lassen, ;) und zum anderen haben mich die vielen
Ideen und Konzepte in Bezug auf verantwortungsvollen und nachhaltigen Fischfang
interessiert.
Besonders
spannend fand ich die Idee „Fisch vom Kutter“: In diesem Zusammenschluss von
Fischern wurde ein Netzwerk zur Direktvermarktung von wirklich frischem Fisch
aufgebaut: Denn die Verbraucher können sich ihren Fisch direkt vom Fischkutter abholen. Und das fuktioniert so: Via SMS schicken die Fischer ihren genauen Tagesfang an die Internet-Plattform
www.fischvomkutter.de. Dort kann dann jeder genau einsehen, was in wenigen Stunden
am Hafen ankommt und in den meisten Fällen einfach via Telefon mit dem jeweiligen Fischer in
Kontakt treten, um sich den Fisch zu reservieren. Das spart lange, wirklich
lange Transportwege, denn der Fisch wird andernfalls üblicherweise erst nach Holland
oder Dänemark zu den Großauktionen gekarrt, um von dort wieder zurück zu den
Zwischenhändlern zu tuckern. Erst dann gelangt er zu den Verbrauchern und entsprechend ist der vermeindlich frische Fisch in der
Regel bis zu 14 Tage alt. Und übrigens:
Wisst ihr, wie man diese Fische nennt? Reisefische (Wörter können ja so dermaßen
zynisch gucken)....Zusätzlicher Bonus ist, dass der Direktverkauf sich finanziell
sowohl für den Verbraucher, als auch für den Fischer lohnt. Na, wenn das kein
Lehrbuchbeispiel für eine Win-Win-Situation ist, dann weiß ich auch nicht! Auf der Messe gab es eine Vielzahl solcher Projekte und Unternehmen. Deutschlands erste Bio-Muscheln waren z.B. vertreten. Oder man konnte lernen, wie man auch besonders grätenreichen Fisch verarbeiten kann.
Aber
wie gesagt, gab es neben Fisch noch eine ganze Reihe mehr: Es gab veganes Wildkräuter-Pesto in kompostierbarer Verpackung. Kaffee, der, um die dortigen Bauern zu
unterstützen, im Erzeugerland Brasilien geröstet wird. Und Burger, Pizza, richtig viel und
guuuten Käse. Ach und Nougat zum Umfallen gut. Und Gewürze – wirklich viele Gewürze.
Außerdem. Wer mochte, konnte beim Sternekoch Tilmann Hahn probieren. Er ist einer der
wenigen seiner Zunft, die auf regionale und saisonale Produkte achten.
Wir
wurden auf orwell’sche Verrücktheiten hingewiesen, wie dass Vorzugsmilch auf der Verpackung
nicht als „frisch“ deklariert werden darf, der ganze homogenisierte und
pasteurisierte Kram hingegen schon. Es gab Kakaokonfekt, das einem die Schuhe auszog. Echt so was von lecker! Und einmalig schöne Pfeffermühlen.
Jede Menge Wein, Bier und Brennereien. Augustus Rex präsentierte z.B. ein
Sortiment aus über 80 sortenreinen Bränden und Likören, hergestellt aus ausschließlich
vollreifem Obst. Welches sie auf der gezielten Suche nach alten Obstwiesen (wieder)entdeckt haben. Dabei konnten sie sogar einen Bestand des schon als ausgestorben betitelten „Böhmischen
Rosenapfel“ ausmachen! Ja. Generell war Artenvielfalt ein großes Thema auf der
Messe. Es gab z.B. Produkte von und aus dem Augsburger Huhn. 2005 wurden gerade mal 200 Tiere gezählt! Oder auch Käse von der Thüringer Wald Ziege, die vor den Toren Bremens in einem kleinen Betrieb
gehalten wird. Für die Ziegen gibt’s dort ganzjährigen Weidegang und regionales,
biologisches Futter.
Ach.
Ich könnte noch so viel mehr spannende Menschen, Betriebe und Konzepte
aufzählen. Es gab insgesamt etwa 160 Aussteller. Einige davon habe ich vor dem
Bloggertreffen mit der Freundin des guten Geschmacks und Madame Gourmetbüdchen
besucht und durchprobiert. Andere nach der Messeführung mit den
Herren Wurstsack und Küchenjunge. – Und trotzdem, wie das immer so ist, habe ich längst nicht alles gesehen!
Last und ganz und gar nicht least: An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an die tolle Organisation (WLAN-Zugang, Informationsbroschüren und Kekse gab es für uns Blogger – was will man mehr) und die interessante und nette Begrüßung von Frau Dr. Ursula Hudson (Vorsitzende SlowFood Deutschland) und Herrn Robert Friedenberger (SlowFood Qualitätskommission). Danke für die vielen Denkanstöße, die spannenden Einblicke und den lockeren Stuhlkreis. Ich freue mich auf’s nächste Jahr!
Last und ganz und gar nicht least: An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an die tolle Organisation (WLAN-Zugang, Informationsbroschüren und Kekse gab es für uns Blogger – was will man mehr) und die interessante und nette Begrüßung von Frau Dr. Ursula Hudson (Vorsitzende SlowFood Deutschland) und Herrn Robert Friedenberger (SlowFood Qualitätskommission). Danke für die vielen Denkanstöße, die spannenden Einblicke und den lockeren Stuhlkreis. Ich freue mich auf’s nächste Jahr!
Samstag, 3. November 2012
Zeit für etwas Brot
Gefunden
habe ich das Rezept bei Cucina Casalings. Und die hat’s, wie das immer so ist,
von Entegutallesgut. Tja, was gut ist, setzt sich eben durch:
Ihr
braucht (für 2 Personen):
3
Scheiben altes Bauernbrot
200ml
Schwarzbier
100ml
Sahne
300-400ml
Gemüsebrühe
eine
Zwiebel
2-3
Zehen Knoblauch
eine
Handvoll Petersilie
ein
wenig Petersilie
(wer
mag Croutons)
etwas
Muskat
Salz,
Pfeffer
Öl,
Butter
Die
Zwiebel und den Knoblauch kleinschneiden. In etwas Öl und Butter glasig braten.
Dann das vorher gewürfelte Brot dazugeben. Kurz mitrösten und mit dem Bier
ablöschen. Die Gemüsebrühe hinzufügen. Genau wie Salz, Pfeffer und Muskat. Dann
etwa 15 Minuten köcheln lassen.
Anschließend
gebt ihr die Petersilie mit in den Topf und püriert alles ordentlich durch. Nun
kommt die Sahne dazu. Kurz aufkochen lassen. Abschmecken. Und mit Schnittlauch
und Croutons garnieren.
Aaaaber,
weil die Suppe wahrscheinlich nicht gilt. Sprich nicht bei Heikes Butterbrot-Blogevent mitmachen darf. Da sie erstens nachgekocht und zweitens
nicht besonders schnittig (in mehrfachem Wortsinn) ausschaut. Hier noch ein
Brot. So wie man sich das vorstellt. Und mit Pilzen. Auf die stehe ich ja
ohnehin. Betone ich ja auch ganz gerne bei diversen Gelegenheiten. Meine
Kochentscheidungen verlaufen meist so: Mhm, ich könnte ja mal wieder das
mit dem…. und…. ja. Pilze....
Und wenn ich so darüber nachdenke: Die Suppe würde sich auch gut zusammen mit ein paar Pilzen machen.... Aber ich will euch ja net langweilen. Daher jubel ich sie euch heute mal hintendran unter. Oder besser gesagt oben drauf:
Und wenn ich so darüber nachdenke: Die Suppe würde sich auch gut zusammen mit ein paar Pilzen machen.... Aber ich will euch ja net langweilen. Daher jubel ich sie euch heute mal hintendran unter. Oder besser gesagt oben drauf:
Ihr
braucht:
2-3
Brote (kommt auf die Größe an)
2
Händevoll Pilze
Eine
kleine Zwiebel
Eine
Knoblauchzehe
Einen
Minischuss Weißwein
3
EL frisch geriebenen Parmesan
Salz,
Pfeffer, frischen Thymian
Butter,
Olivenöl
Die
Brote toasten. Währenddessen die vorher kleingeschnittene Zwiebel, den
Knoblauch und die Pilze in einer Pfanne mit etwas Olivenöl scharf anbraten. Mit
einen wirklich nur ganz kleinem Schuss Weißwein ablöschen. Mit Salz und Pfeffer
abschmecken. Dann gar brutzeln lassen. Den Parmesan und den Thymian unterheben.
Dann
die noch warmen Brote mit etwas Butter bestreichen. Und die Pilze oben drauf
geben. Sofort verputzen.
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